Unsere westlichen Super-Strategen kapieren genau das nicht

Unsere westlichen Super-Strategen kapieren genau das nichtNeu-Dr.-Alexander-MdB-Foto-Gerd-Seidel-CC-BY-SA-3.0

Die Bundesregierung hat das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit im Internationalen Recht – nein, eigentlich sogar das Internationale Recht selbst – vollkommen abgeschrieben, sofern es um das Verhältnis des Westens zum Rest der Welt geht.

Es gilt nicht mehr die Unschuldsvermutung, bis der Kläger die Beweise gegen den Beklagten ermittelt hat, sondern der Angeklagte wird ohne Beweise verurteilt. Und wenn der Beschuldigte das nicht so gut findet, soll er doch gefälligst seine Unschuld beweisen. Dabei darf er aber nicht mit den internationalen Organisationen, wie der OPCW, kooperieren, weil das „pervers“ wäre. Zwischenzeitlich werden aber schon einmal Sanktionen verhängt (Russland) oder Bomben geworfen (Syrien).

Eine Arglist besteht unter anderem darin, dass es insbesondere im internationalen Bereich fast unmöglich ist, seine Unschuld zu beweisen. Wie will man beweisen, dass man gewisse Waffensysteme nicht mehr hat.

Das konnte Saddam Hussein 2003 nicht beweisen. Wie will Russland beweisen, dass es mit dem Nervengasanschlag in England nichts zu tun hat. Russland kann nur auf der Einbindung in die Untersuchung bestehen. In Syrien könnte bewiesen werden, ob Giftgas eingesetzt worden ist. Damit ist aber noch nicht geklärt, von wem es eingesetzt wurde.

Warum sollte es keine false-flag-Operation der Terroristen in enger Kooperation mit dem Westen sein. Jedenfalls haben weder Syrien noch Russland einen wie auch immer gearteten Vorteil vom Einsatz von Chemiewaffen.

Die syrische Armee stand einen Tag vor der endgültigen Einnahme der Region. Warum also diesen Erfolg durch eine eventuelle westliche Intervention aufs Spiel setzen? Unlogisch. Auf westlicher Seite wird allerdings allen nicht-westlichen und pro-russischen Staaten Vernunft und Logik abgesprochen („Irrer von Belgrad“, „Irakischer Hitler“ etc.).

Trump wird zum Trottel gemacht

Ich stelle die These auf, dass US-Präsident Trump über das gewohnte Maß zum Trottel gemacht wird von seinen eigenen Sicherheitskräften. Hat er nicht letzte Woche den Abzug der illegal in Syrien operierenden US-Truppen angekündigt?

Das war nicht im Sinne des Establishments und des Pentagons. Eine false-flag-Operation diente nun dazu, Trump von seinem Abzugsvorhaben abzubringen. Und es scheint, als würde dieses Manöver gelingen können. Zumal Trump derzeit innenpolitisch mal wieder unter Druck steht und vor einem Jahr bei seinem ersten Angriff auf Syrien zum ersten Mal vom Establishment, den Medien und den europäischen Verbündeten dafür gelobt wurde – es wäre eine win-win-Situation für Trump und das Pentagon.

Nur doof, dass der Preis für diese win-win-Situation eine militärische Konfrontation mit Russland bedeuten kann, über dessen Ausgang viele offensichtlich keine Vorstellungskraft haben – auch unsere westlichen Medienvertreter scheinen die gefährlichen Dimensionen dieses Konfliktes nicht zu kapieren:

Russland wird in Europa politisch und militärisch in die Ecke gedrängt. Zugleich wird Russland als Beschützer Syriens vom Westen herausgefordert. Gibt Russland in Syrien nach, verlöre es nicht nur Syrien, sondern wäre als Schutzmacht für alle interessierten Staaten dieser Welt nicht glaubwürdig, wie bereits 1999 im Falle des NATO-Überfalls auf Serbien. Russland wäre dann weniger als eine „Regionalmacht“.

Dieser Gesichtsverlust gepaart mit globalem Machtverlust zwingt Russland geradezu zu einer militärischen Reaktion. Unsere westlichen Super-Strategen kapieren genau das nicht.

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